Dass man mit seinem Hund an Silvester zum Flughafen fährt, ist längst kein Geheimtipp mehr. Im Gegenteil – es spricht sich immer mehr rum. Und genau deshalb war ich ehrlich gesagt ein bisschen skeptisch, ob das wirklich noch so entspannt ist, wie viele erzählen.
Nach den letzten beiden Jahren mit einem zitternden, panischen Caly zuhause war aber klar: Wir probieren es dieses Jahr trotzdem aus.
Lieber früh los als mittendrin stecken
Gegen 19:00 Uhr sind wir losgefahren. In der Nachbarschaft ging es da schon langsam los mit den ersten Böllern, und auch auf der Strecke durch Bonn wurde hier und da schon geknallt. Caly hat das natürlich registriert, aber es war noch im Rahmen.
Rückblickend war das frühe Losfahren genau richtig – ich wollte einfach vermeiden, dass wir irgendwo im Feuerwerkschaos feststecken.
Ankommen – und merken: Wir sind nicht allein
Gegen 19:45 Uhr waren wir am Flughafen Köln/Bonn und haben im Parkhaus P3 geparkt. Der kleine Fußweg zum Terminal, inklusive kurzer Gassi-Möglichkeit auf den Grünflächen, war nochmal ganz angenehm.
Drinnen wurde dann schnell klar: Die Idee hatten viele.
Überall saßen schon Menschen mit ihren Hunden. Aber – und das hat mich wirklich positiv überrascht – es war trotzdem ruhig. Kein Chaos, keine Hektik. Jeder hatte irgendwie Verständnis füreinander.
Wir haben uns auf der unteren Ebene einen Platz gesucht, relativ am Anfang. Auch, weil Caly mit dem Milchglasboden nicht so warm wurde und ich es ihm so einfach wie möglich machen wollte.
Unser Setup war ziemlich basic: eine Decke auf dem Boden. Während andere schon deutlich professioneller unterwegs waren – mit Campingstühlen, faltbaren Boxen und allem, was man für ein paar Stunden „Indoor-Camping“ so braucht. Da habe ich direkt gemerkt: Da geht nächstes Jahr noch was.
Mit der Zeit wird’s voller – aber nicht stressig
Bis Mitternacht wurde es immer voller. Am Ende saßen wirklich alle paar Meter Menschen mit ihren Hunden entlang der Wände. Und trotzdem blieb die Stimmung erstaunlich entspannt.
Klar, hier und da hat mal ein Hund gebellt – oft eher die kleineren Kandidaten. Aber insgesamt war es ruhig.
Und Caly?
Der hat mich echt überrascht.
Er hat erstmal gemütlich seine Kaustange gefuttert, dann ein bisschen das Geschehen beobachtet – und irgendwann einfach die Augen zugemacht. Kein Zittern, kein Hecheln, keine Anzeichen von Panik.
Ich saß daneben und dachte nur: Genau dafür sind wir hier.
Mitternacht – und es bleibt einfach ruhig
Der Moment, auf den ich am meisten gespannt war, war natürlich Mitternacht.
Und der war… unspektakulär. Im besten Sinne.
Drinnen hat man nichts gehört. Kein Knallen, kein Jubel, nichts. Es war einfach wie jede andere Nacht im Flughafen auch.
Und Caly hat das Ganze einfach verschlafen.
Der Heimweg – entspannt wie der Abend
Ab etwa 00:30 Uhr wurde es langsam leerer. Gegen 01:15 Uhr haben wir uns dann auch auf den Rückweg gemacht.
Draußen wurde in der Ferne noch geböllert, aber das hat Caly überhaupt nicht mehr interessiert. Auch während der Fahrt blieb er ruhig – eher müde als alles andere.
Gegen 02:00 Uhr waren wir wieder zuhause. Und alles war ruhig.
Fazit: Kein Geheimtipp – aber absolut empfehlenswert
Ja, es ist voll. Ja, es ist bekannt. Und nein, man ist dort definitiv nicht allein.
Aber genau das macht es irgendwie auch besonders: Viele Menschen, die alle aus dem gleichen Grund da sind – ihren Hunden den Stress zu ersparen.
Für uns hat es sich komplett gelohnt.
Nach zwei Jahren voller Stress hatten wir endlich einen entspannten Jahreswechsel. Und Caly konnte einfach Hund sein – ohne Angst.
Was ich nächstes Mal anders mache
- Campingstuhl oder Sitzkissen
- Zewa und Desinfektionstücher zur Sicherheit
- Vielleicht noch ein bisschen „komfortabler“ planen
Aber das sind Details.
Das Wichtigste bleibt: Ein entspannter Hund.
Und deshalb werden wir nächstes Jahr ziemlich sicher wieder am Flughafen sitzen.
